EINtrendBLICK auf die Tiergesundheit

Es ist schon eine Weile her als wir das letzte Mal etwas aus unserer Trendforschung haben hören lassen. Auch wenn die Hitzewelle erst am Anfang steht, sind wir dem Sommerloch bereits entkommen und starten heute mit unserem neuen Format #EINtrendBLICK!

Projekte und Studien rund um die Themen Health, Beauty und FMCG bilden für uns im ISM den Schwerpunkt. Doch ist dabei nicht immer nur der Mensch im Fokus, sondern verstärkt sind unsere Tiere im Blick des Studiengeschehens. Für uns Grund genug mit unseren (Haus-)Tieren die neue Reihe #EINtrendBLICK zu beginnen! 

#LIFESTYLE Nach wie vor sind Hunde und Katzen die beliebtesten Haustiere in deutschen Haushalten. Und durch die Corona-Pandemie hat die Zahl noch einmal zugenommen. Auch das Bewusstsein für die Gesundheit unserer Haustiere hat sich im Laufe der Pandemie verändert. Wir verbrachten mehr Zeit zu Hause, konnten uns mehr mit unseren Vierbeinern beschäftigen und so direkt beobachten, wenn der Hund oder der Stubentiger Veränderungen in ihrem Verhalten zeigten. Die Gesundheit unseres Weggefährten ist dadurch deutlicher in den Fokus gerutscht.

#GESUNDHEIT Bei uns Menschen hat sich der Gesundheitstrend in den vergangenen Jahren voll und ganz etabliert. Wir sind stärker an unserer Ernährung interessiert, wir lassen uns von neuen Sportarten sogar zu mehr Bewegung verleiten und die Work-Life-Balance ist nicht länger ein abstraktes Konstrukt, sondern erhielt Einzug in die Tages- und Lebensstilgestaltung vieler. Und oft, wenn sich ein Trend bei uns entwickelt hat, lassen sich Adaptationen dieser auch bei unseren Haustieren finden. Auch unser Verhältnis zu unseren vierbeinigen Gefährten hat sich verändert. Sie sind nicht mehr nur Wachhund oder Mäusefänger – Hunde und Katzen werden mittlerweile als Partner- oder Kinderersatz und vor allem als vollwertiges Mitglied unserer Familie betrachtet. Wir wünschen uns für sie ein möglichst langes und vergnügliches Leben mit vielen Annehmlichkeiten, von denen auch wir schon länger profitieren können. Das schafft eine fruchtbare Umgebung für Produkt- und Dienstleistungsneuentwicklungen, mit der wir die Gesundheit unserer Tiere fördern und erhalten können.

#SPEZIALISIERUNG Es gibt nicht mehr nur den Tierarzt mit seiner Spezialisierung auf Klein- oder Großtiere. Wer sicherstellen möchte, dass es seinem Haustier körperlich, seelisch und emotional gut geht, kann sich nun auch vertrauensvoll an ausgebildete Tierpsychologen, -homöopathen und -physiotherapeuten wenden. Damit die Kosten überschaubar bleiben, gibt es ein stetig wachsendes Angebot an Kranken- und OP-Versicherungen für das liebgewonnene Familienmitglied. Gerade bei häufig teuren Operationen können sie ein Segen sein. Auch Wirbelsäulen- und Gelenkproblemen kann heute mehr entgegnet werden, mit zum Beispiel Rollstühlen, gelenkschonenden Betten oder Prothesen nehmen die Möglichkeiten in der Reha-Technik stetig zu. Ebenso wächst der Bereich der (Selbst-) Medikation unserer Tiere, eine Vielzahl von Medikamenten können Tierbesitzer zur Versorgung des Lieblings beim Tierarzt wie auch immer häufiger in der Apotheke erwerben, nicht wenige haben ihren Ursprung in der Humanmedizin. Gerade Gebiete wie die Onkologie, Neurologie und Orthopädie sind durch viel Bewegung und Neuentwicklungen gekennzeichnet.

#INDIVIDUALISIERUNG Wie bei uns Menschen hat die Ernährung bei unseren Haustieren einen wesentlichen Einfluss. Es verwundert also wenig, dass es auch hier Trends gibt, denen immer mehr Haustierbesitzer folgen. Als erste größere Strömung ist vor einigen Jahren die BARF Methode aufgetaucht. BARF steht für biologisch, artgerechte Roh Fütterung. Hier wird rohes Fleisch verfüttert, wobei stark auf die richtige Zusammensetzung geachtet werden muss, da es sonst zu Fehlernährungen kommen kann. Barfen ist gerade bei Hundebesitzern sehr beliebt. Laut einer Umfrage von 2020 barfen ca. 17% der befragten Hundebesitzer und 9% der Katzenbesitzer mindestens 1-mal pro Woche. Doch nicht jeder Trend ist auch gesund. Zu den jüngeren Entwicklungen zählen die vegetarische und vegane Ernährung bei Haustieren, welche gerade bei Katzen recht umstritten ist. Das spiegelt sich auch in der Haltung der Besitzer dazu wider: etwa 2/3 empfinden eine vegane Ernährung für Hunde und Katzen als unangemessen, nur 6% als angemessen (2017). In einer weiteren Befragung stimmten 45 % der Tierhalter zu, dass eine vegetarische Ernährung bei Hunden und Katzen falsch sei (2020). Bei der Ernährung unserer treuen Begleiter gilt es demnach vielmehr darauf zu achten, dass das Futter gesund und natürlich ist, d.h. dass möglichst wenige bis gar keine Zusätze enthalten sind und qualitativ hochwertige Grundstoffe die Basis bilden. Gleichzeitig wird eine Individualisierung des Futters, angepasst an die speziellen Bedürfnisse des Tieres, immer beliebter. Die Möglichkeit, individuell auf das Tier und dessen Gesundheitszustand abgestimmte Speisepläne zu erstellen nutzten 2020 bereits 7% der Befragten. So kann auf Alter, Erkrankungen, die eine spezielle Diät erforderlich machen sowie immer häufiger auftretende Futtermittelallergien unserer Hunde und Katzen eingegangen und dem Tier eine optimale Nährstoffzufuhr ermöglicht werden.

Insgesamt zeichnet sich immer deutlicher ab wie wichtig die Gesundheit unserer Haustiere für uns ist und es scheinbar nur wenige bis gar keine Grenzen gibt, um diese zu fördern und so lange wie möglich zu erhalten.

Von Annika Jeuck (Internship Market Research) & Manuela Richter aus dem Trendforschungsteam

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