Treffen junger Forscher an der Hochschule Pforzheim

Unter dem Motto „Industry meets talent“ hatte ESOMAR in Kooperation mit der Hochschule Pforzheim zum zweiten Mal nach 2018 Studierende aus Marktforschung und Marketing zum „ESOMAR Career Day“ eingeladen.

Nach einer kurzen Einführung durch Prof. Dr. Christa Wehner seitens der Hochschule und Prof. Dirk Frank, ESOMAR Repräsentant und Geschäftsführer von ISM GLOBAL DYNAMICS, eröffnete Joachim Rittchen, Head of Market Analytics bei der Roche AG, den Reigen kurzweiliger Vorträge. Er räumte nachhaltig und unterhaltsam mit den gängigen Vorurteilen auf,  in der Pharmaforschung ginge es langsam und langweilig zur Sache und die Kernleistung der betrieblichen Marktforschung bestünde im Wesentlichen daraus, gelegentlich einmal ein paar Daten aus dem eigenen Liegestuhl heraus über den Zaun zu werfen. Final zeigte sich das Auditorium beeindruckt, wie digital, agil und methodisch innovativ Roche hier zu Werke geht, trotz der vielfältigen gesetzlichen Restriktionen, die es nun einmal beim Thema „Gesundheit“ zu beachten gibt. Maurice Gonzenbach konnte als Gründer eines erfolgreichen Start-ups, den Studierenden nicht nur die Vorzüge der von Caplena entwickelten Lösungen im Bereich AI-gestützte Kodierung vermitteln, sondern lieferte gleich einmal wertvolle Tipps und Erfahrungen zur Firmengründung „frei Haus“. Selina Pietsch, Consultant bei Factworks, hatte ebenfalls Motivierendes zu berichten: Die Gewinnerin des ESOMAR YES-Awards lieferte eine spannende Blaupause, wie man konsequent eine gute methodische Idee verfolgt, das eigene Unternehmen und letztlich die Preis-Jury durch Beharrlichkeit und eine tolle Präsentation überzeugt. Ricarda Heim von SKIM konnte abschließend sehr überzeugend darlegen, wie wichtig es ist, selbst bewährte (Conjoint) Methoden durch eine grundlegende Überarbeitung der Darbietungsmöglichkeiten in eine zeitgemäße Form zu überführen: Die Präsentation der Produkte in realistischen Webshop-Umfeldern konnte sowohl beim Thema Kauf alkoholischer Getränke als auch bei der Wahl eines geeigneten Handy-Tarifs validere Ergebnisse erzielen, als die gewohnten, aber wenig zeitgemäßen Stimuluspräsentationen bei klassischen auswahlbasierten Conjoint-Messungen.

Neben Vorträgen zu aktuellen Themen in der Marktforschung wurde in diesem Jahr dem Networking breiten Raum eingeräumt: Betriebliche und Institutsforscher unter den anwesenden Gästen standen den Studierenden beim anschließenden  „Get together“ im schönen Cafè der Hochschule für alle Fragen der weiteren Karriereplanung zur Verfügung, eine Gelegenheit die bei Speis und Trank ausgiebig genutzt wurde.