Bad Homburg v.d.H., 26. März 2019: Ferkelkastration – lokale Betäubung und Immunokastration bevorzugt

Die Frist zur Umsetzung des Verbotes der betäubungslosen Ferkelkastration wurde Ende Dezember 2018 um zwei Jahre verlängert. Diskutiert wird nun von Seiten der Politik, der Landwirtschaft und des Handels, welche Verfahren angewendet werden sollen– doch wie steht der Verbraucher eigentlich zu dieser Thematik? Eine aktuelle Studie der Justus-Liebig-Universität Gießen, Institut für Agrarpolitik und Marktforschung unter Leitung von Prof. Dr. Ramona Teuber und Stephanie Güsten, in Zusammenarbeit mit Senior Research Manager Dr. Anke Möser vom Marktforschungsunternehmen ISM GLOBAL DYNAMICS, untersucht das Wissen der Verbraucher zum Thema Ferkelkastration und die Akzeptanz unterschiedlicher Kastrationsverfahren. Nur ein Viertel der Befragten gaben an, noch nicht davon gehört zu haben, dass ein gesetzliches Verbot der betäubungslosen Kastration in Deutschland eingeführt werden soll, und rund zwei Drittel glauben nach persönlicher Einschätzung, über Aufzucht und Mast von Schweinen in Deutschland gut informiert zu sein. „Aufgrund der Berichterstattung in den Medien Ende November ist ein Großteil der Verbraucher über das Thema Ferkelkastration sensibilisiert,“ fasst Anke Möser, eine der Studienleiterinnen, zusammen.

Nach einer kurzen Erläuterung der unterschiedlichen Verfahren befürworten 35% der Befragten die lokale Betäubung. Ein Drittel der Befragten sprechen sich für die Immunokastration aus. Durch die Impfung mit Antikörpern wird dabei das geruchsbildende Hormon reduziert, so dass das Fleisch seinen starken Eigengeruch verliert.

Die Studie stellt das Tierwohl für Konsumenten, je nach persönlicher Einstellung, Haushaltseinkommen und Wissensstand als ein entscheidendes Kaufkriterium heraus. Höchste Zeit, sich schon jetzt mit den unterschiedlichen Präferenzen der Verbraucher zu Verfahren zur Kastration von Ferkeln zu beschäftigen, sagt ISM-Projektleiterin Anke Möser: „Es könnte zukünftig ein Profilierungsinstrument in der Vermarktungskette darstellen.“

 

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